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MRT-fähige Geräte in Kardiologie Köln Porz

Patienten mit implantierten Herzschrittmachern und Defibrillatoren können aufatmen: Neue Geräte erlauben sichere Untersuchungen im MRT

Die ältere Dame, die ihren Namen nicht nennen will, weil sie sich für ihren Krebs schämt, kann es immer noch nicht fassen: Ärzte hatten bei ihr einen Tumor im Herzmuskel entdeckt, der eigentlich ihr Todesurteil bedeutet hätte. Er wäre schlicht nicht gefunden worden. Die rüstige 67-Jährige trägt nämlich wie rund eine halbe Million Menschen allein in Deutschland einen Herzschrittmacher und ist damit eigentlich von Untersuchungen in einem Kernspintomografen – auch Magnetresonanztomografie (MRT) genannt - ausgeschlossen. Die magnetischen Kräfte des Kernspintomografen könnten das Implantat in der Brust der Patientin beschädigen und gefährlich erhitzen. Aufgrund der gravierenden Sicherheitsrisiken blieben Implantat-Trägern in der Vergangenheit wichtige Diagnostik-Möglichkeiten des MRTs somit verwährt. Ein Problem, das mit der alternden Bevölkerung und der zunehmenden Zahl der Schrittmacher- und Defibrillator-Patienten weiter an Brisanz gewinnt.

Doch die 67-jährige Frau hatte Glück im Unglück: Bei ihr hatten die Ärzte vor kurzer Zeit einen neuartigen MRT-fähigen Schrittmacher eingesetzt, der das bislang Undenkbare möglich macht. Mit dieser neuen Gerätegeneration konnte sie nämlich bedenkenlos ins MRT. Jetzt stellte Prof. Dr. Marc Horlitz, Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein, diese neuen Geräte erstmals niedergelassenen Fachkollegen in Köln vor. „Vor allem durch ein MRT können wir die Weichteile im menschlichen Körper, also auch den Herzmuskel, zuverlässig darstellen. Deshalb brauchen wir oft ein MRT in der Diagnostik von Herzerkrankungen so dringend“, sagt der Spezialist, dessen Klinik künftig nur noch MRT-fähige Schrittmacher und Defibrillatoren einsetzen möchte.

mrt fähige Schrittmacher

Die Experten im Krankenhaus Porz am Rhein in Köln: (v.l.) Prof. Dr. Marc Horlitz (Chefarzt der Kardiologie), Dr. Thomas May (Chefarzt der Gefäßchirurgie) und Dr. Ehssan Berenjkoub (Oberarzt in der Kardiologie)

MRT-fähige Geräte eignen sich besonders für junge Patienten

Insbesondere für jüngere Patienten sind die neuen Geräte ein Segen. „Stellen Sie sich nur einen jungen Menschen vor, bei dem wir einen Schrittmacher oder Defibrillator implantieren müssen. Es kann doch nicht sein, dass er von da ab für den Rest seines Lebens nie wieder in ein MRT darf“, sagt Dr. med. Ehssan Berenjkoub, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie von Prof. Horlitz. Zusammen mit Dr. Thomas May, Chefarzt der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Porz, übernimmt Dr. Berenjkoub viele Schrittmacher-Eingriffe.

Bis zu 75 Prozent aller Implantat-Träger benötigen MRT-Untersuchung

Statistiken zeigen, dass 50 bis 75 Prozent aller Implantat-Träger mindestens einmal in ihrem Leben auch eine MRT-Untersuchung benötigen. Schließlich ermöglichen MRT-Scans eine hervorragende Erkennung von Schlaganfällen, Krebserkrankungen oder Bandscheibenvorfällen. Im Gegensatz zur Computertomografie (CT) und zu Röntgenuntersuchungen kommen MRTs ohne radioaktive Strahlung aus. Ein MRT ist also wesentlich schonender. Wohl auch deshalb stieg die Zahl der bundesweit in einem MRT untersuchten Personen allein von 2004 bis 2009 um 41 Prozent an. Deutschland ist inzwischen weltweit Spitzenreiter mit 97 MRT-Aufnahmen je 1000 Einwohner. Die USA folgen mit 91 je 1000 Einwohner, Belgien mit 54 je 1000 Einwohner.

Metall reagiert besonders stark auf die magnetischen MRT-Kräfte

Eine der wesentlichen Neuerungen MRT-fähiger Geräte sind die Elektroden, über die ein Schrittmacher oder Defibrillator seine elektrischen Impulse an das Herz abgibt. Bei den herkömmlichen Geräten sind die Elektroden-Enden aus Metall. Da Metall besonders stark auf die magnetischen Kräfte in der MRT-Röhre reagiert, müssen Patienten vor dem MRT jeglichen Schmuck, Uhren und auch Gürtelschnallen ablegen.

Magnetsichere Bauteile und speziell geschützte Schaltkreise

Die Elektroden lassen sich natürlich nicht einfach aus dem Körper entfernen. Die neuen Implantate und MRT-fähigen Sonden enthalten deshalb magnetsichere Bauteile und speziell geschützte Schaltkreise, damit das Implantat während der MRT-Aufnahme nicht beeinträchtigt wird. „So lassen sich nahezu 90 Prozent aller MRT-Untersuchungen störungsfrei durchführen. Das sind gute Nachrichten für alle Schrittmacher- und Defibrillator-Träger“, sagt Prof. Horlitz. Allerdings sei es nach wie vor wichtig, dass die Indikation und die MRT-Fähigkeit des jeweiligen Herzschrittmacher- oder Defibrillator-Systems bei jedem Patienten individuell geprüft und freigegeben werde. Schließlich stehe die Patientensicherheit an erster Stelle.

(Quelle: Krankenhaus Porz am Rhein, Köln)

- 13.12.2013 -

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