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Schlafstörungen

Schlafforscher warnen vor dem Fernseher im Kinderzimmer

Anlässlich des World Sleep Day am 15. März 2013 rufen Schlafforscher bundesweit Eltern dazu auf, Kinder unter zwei Jahren nicht vor den Fernseher oder den Computer zu setzen. Eine Studie aus den USA hat erbracht, dass Kinder unter zwei Jahren zwar den Bewegungen auf den Bildschirmen folgen, den Inhalt aber in keiner Weise verstehen. Ihre mentale Entwicklung lasse sich folglich durch den Medienkonsum auch nicht fördern. Nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) ist es geradezu schädlich, die Kinder zum Einschlafen vor den Fernseher zu setzen. Dies führe nicht nur zu einem ungesunden Schlaf, sondern auch zu Störungen in der Entwicklung des Kindes.

AOK

Selbst spezielle kleinkindgerechte Programme oder Software seien hierfür kein Ersatz, sie behinderten nach Ansicht der Wissenschaftler z.B. den Spracherwerb. Die Sprachentwicklung lasse sich am besten durch die Interaktion des Kindes mit Erwachsenen fördern. Immerhin schafft es bereits jeder Zweite der 3- bis 5-Jährigen in Deutschland auf täglich eine Stunde Fernsehen. Bei den 6- bis 13-Jährigen liegt der TV-Konsum bei anderthalb Stunden. Die 14- bis 17-Jährigen sind Spitzenreiter und bringen es täglich auf vier Stunden TV, zudem noch auf über eine Stunde Internet. Bereits jedes vierte Kind ab dem 9. Lebensjahr bezeichnet sich selbst tagsüber als müde. Als wesentlicher Einflussfaktor für die Schlafstörungen wird das Fernsehen vor dem Schlaf genannt. Dies geht aus der „Kölner Kinderschlafstudie“ hervor, die die Kinderklinik Köln-Porz zusammen mit der Klinik für Kinderpsychiatrie der Universität Köln veröffentlicht hat.

Eltern nehmen die Befindlichkeiten ihrer Kinder nicht richtig wahr

Weiter auffällig ist, dass jedes vierte hyperaktive Kind zu Schlafstörungen neigt. Grundsätzlich könne man sagen, dass Schlaf- und Verhaltensstörungen im Alltag miteinander einhergehen. Im Rahmen der Studie wurden Kinder im Alter zwischen 5 bis 11 Jahren u.a. nach Schlafenszeiten, nächtlichem Aufwachen und Gründen für ihre Schlafstörungen befragt. So gaben etwa 10 Prozent der befragten Kinder in der 4. Grundschulklasse an, mit dem Einschlafen bereits Probleme zu haben. Im Vergleich dazu ist es bemerkenswert, dass laut Studie lediglich 5 Prozent der Eltern meinten, ihre Kinder hätten damit Probleme. „Das ist ganz häufig zu beobachten, dass Eltern in diesem Alter die Befindlichkeiten ihrer Kinder nicht richtig wahrnehmen“, sagt Dr. Alfred Wiater, einer der Initiatoren der Studie.

Licht- und Lärmbelästigung sowie familiärer Stress

Als wesentliche Gründe für Schlafstörungen ergaben sich neben Licht- und Lärmbeeinträchtigungen familiärer Stress sowie Fernseh- und PC-Konsum vor dem Schlaf. Mehr als jedes dritte 9-jährige Kind gab an, den „Fernseher im eigenen Zimmer“ zu haben. Die Zusammenhänge mit Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit waren signifikant.

Rituale für das Einschlafen schaffen

Nicht selten ergeben sich Schlafstörungen aus einem Zusammenspiel von medizinischen und gesellschaftlichen Ursachen. Schlafforscher raten Eltern deshalb, schon ab der Säuglingszeit auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu achten. Außerdem sollten Rituale für das Einschlafen geschaffen werden, die immer wiederkehren und für das Kind entspannend sind. Dabei hat z.B. ein ablenkender Fernseher ebenso wenig im Zimmer des Kindes zu suchen wie die Spiele-Konsole. Letztlich sollte bei Verhaltens- oder Schulproblemen immer auch berücksichtigt werden, dass die Ursache eventuell auf ungesunden Schlaf zurückzuführen ist.

Entschleunigung kann eine Lösung sein

Als eine weitere mögliche Form der Lösung bietet sich das Entschleunigen an. „Wir vereinsamen immer mehr, obwohl wir so viele soziale Kontakte haben wie Menschen vor uns nie gehabt haben. Bei jungen Patienten, die internetsüchtig sind, ist das extrem ausgeprägt“, sagt Dr. Wiater. Das Problem sei, dass es sich eben nur um virtuelle Kontakte handele. Persönliche Beziehungen finden zu diesen Personen nicht statt. Letztlich führt dies zu einer Verarmung an sozialer Kompetenz. „Deshalb sind alle Möglichkeiten, die eine reale Kontaktaufnahme anbahnen, der beste Weg, aus diesem Dilemma herauszukommen. Sei es durch Vereine oder Sport“, sagt Dr. Wiater. Durch Sport werde nicht nur die geistige Aktivität gefördert, sondern auch die Schlafqualität.

(Quelle: DGSM / bearbeitet: rrm)

- 14.3.2013 -

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