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Sport wirkt wie ein Medikament

Herzkranke und Spitzensportler ermitteln Trainingspuls in der Sportkardiologie

Gerade Herzpatienten wird körperliche Aktivität empfohlen – allerdings bis zu einer gewissen Grenze. Wo diese liegt, können die Sportkardiologen individuell durch den Laktatwert im Blut ermitteln.

Sportkardiologie-Herzkranke

Herzkranke müssen Sport treiben, aber gut dosiert

Zugegeben, nach einem Herzinfarkt ist sicherlich jeder Mensch zunächst einmal verunsichert:

Fragen wie diese kommen immer wieder – und deshalb gilt es, gleich zu Beginn mit einem grundlegenden Irrglauben aufzuräumen: Herzkranke müssen sich nicht ihr Leben lang schonen, sondern sind im Gegenteil sogar dazu aufgerufen, Sport zu treiben. Studien haben nämlich gezeigt, dass regelmäßiger Sport wie ein Medikament wirkt und damit zum Beispiel vor einem Herztod schützen kann. Aber wie heißt es so schön? Die Dosis macht das Gift, und das gilt bei Herzkranken auch für den Sport. Viel hilft also auch hier nicht automatisch viel. – Doch welche Dosis hilft?

Herzkranke und Sportler sollten nur im aeroben Bereich trainieren

Vor 20 Jahren wurden im Rahmen einer Studie rund 17.000 Menschen, die zum damaligen Zeitpunkt noch KEINEN Herzinfarkt und KEINE Herzschwäche hatten, über zehn Jahre hinweg untersucht. Das Ergebnis dieser Langzeitbeobachtung: Nur diejenigen, die pro Woche zwei- bis dreitausend Kilokalorien durch körperliche Aktivität verbrauchten, erlitten die niedrigste Zahl an Herzinfarkten. Es besteht demnach also eine eindeutige Dosis-Wirkung-Beziehung: Nur eine bestimmte Belastung bringt auch den besten Effekt. Wie aber erreicht man einen Verbrauch von zwei- bis dreitausend Kilokalorien pro Woche, oder etwas mehr als 300 Kilokalorien pro Tag?

Sie müssen, und zwar täglich,

Dann sind Sie wirklich geschützt – aber wie schon erwähnt: Das gilt nur für Menschen ohne Herzschwäche oder Herzinfarkt. Bei herzkranken Patienten wird es etwas komplexer. Alle Sportkardologie-Studien zu diesem Thema zeigen, dass sich diese Patienten nur im so genannten „aeroben Bereich“ belasten dürfen, das heißt mit einem Laktatwert im Blut von 2 bis 2,5. Der aerobe Bereich ist die Phase des Trainings, in der genügend Sauerstoff über das Blut in die Muskeln gelangt. Der Körper kann gleichmäßig arbeiten, das Herz pumpt effektiv das Blut.

Belastung bei Herzkranken darf nicht übertrieben werden

Erst, wenn es zu einer Überlastung kommt, die aerobe Phase also in die anaerobe Phase wechselt, wird nicht mehr ausreichend Sauerstoff im Blut transportiert. Die Muskeln übersäuern. Das merkt man spätestens am Muskelkater am Folgetag.
Wenn wir uns eine Belastungsskala von 1 (sehr leicht) bis 20 (extrem schwer) vorstellen, dann liegt diese Schwelle vom aeroben zum anaeroben Bereich bei ungefähr 13; körperlich wird dies von Patienten wie folgt beschrieben: etwas anstrengend und leichte Luftnot. Das heißt, dass Herzpatienten maximal bis zu dieser Grenze trainieren dürfen. Nur wie viele kennen schon ihren Laktatwert im Blut, während sie Sport treiben? Wie viele spüren, dass sie nun diese magische Schwelle überschreiten?

Spiroergometrie für Herzkranke und Spitzensportler

In der Sportkardiologie des Krankenhauses Porz am Rhein in Köln haben die Mediziner eine Möglichkeit, diese Schwelle zu ermitteln und können entscheidende Informationen für ein Training geben. Das Verfahren nennt sich Spiroergometrie und kann auf einem stationären Fahrrad oder einem Laufband durchgeführt werden. Der Patient erhält dazu eine Maske über Mund und Nase, über die die Mediziner während der Untersuchung den Sauerstoff- und Kohlendioxid-Gehalt des Atems messen können. Über einen feinen Stich am Ohrläppchen nehmen die Mediziner während der Untersuchung zudem winzigste Blutmengen ab und bestimmen so den Laktatwert.

Pulsuhren helfen bei der Kontrolle des idealen Trainingspulses

So können die Ärzte individuell die Grenze und die Pulsfrequenz bestimmen, bei der der Herzkranke oder Sportler diese Grenze überschreitet. Das ist dann der Trainingspuls, der während der sportlichen Bewegung nicht überschritten werden darf. Mit einem einfachen Messgerät (zum Beispiel an einer Sportuhr) lässt sich dann der „gesunde“ Puls während des Trainings immer gut überwachen. Insgesamt sollte man dem Körper Zeit geben, sich auf diese sportliche Belastung einzustellen. Deshalb empfehlen die Mediziner, nicht sofort mit dem Maximum an Puls zu trainieren, der empfohlen wird, sondern sich langsam bis zu diesem Wert zu steigern.

Mit Sport länger leben

4.500 herzkranke Patienten wurden im Rahmen einer Studie in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe erhielt eine medikamentöse Therapie verbunden mit körperlicher Bewegung. Die zweite Gruppe wurde dagegen mit den gleichen Medikamenten behandelt, aber ohne eine regelmäßige Sporteinheit absolvieren zu müssen. Über zwölf Monate hinweg beobachteten die Mediziner die beiden Gruppen und stellten am Ende dieser Zeit fest, dass es in der ersten Gruppe zu 37 Prozent weniger Todesfällen kam – nur, weil dort zusätzlich Sport getrieben wurde.

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