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"Beim Einsatz der Kurzschaftprothese oder des Oberflächenersatzes kann mehr Knochen erhalten werden"*

Klaus Mann

Dr. med. Stephan Elenz

Chefarzt d. Klinik f. Unfall-, Wiederherstellungs- und orthopädische Chirurgie am St. Marien-Hospital, Mülheim an der Ruhr (Foto: EKE)

Dr. Elenz, Coxarthrose, der schmerzhafte Hüftgelenkverschleiß, ist heute nicht mehr nur eine Erkrankung älterer Menschen. Immer mehr unter 50-Jährige sind davon betroffen. Wie kann ein Hüftgelenkverschleiß heute behandelt werden?

Dr. med. Elenz
: Eine Heilung der Coxarthrose ist leider noch nicht möglich. Nur der Verlauf lässt sich verzögern und die Schmerzen bekämpfen. In schweren Fällen muss das verschlissene Gelenk durch ein künstliches ersetzt werden.

Begleitet ein künstliches Gelenk die Patienten bis zu ihrem Lebensende?

Dr. med. Elenz: Wie alle internationalen Studien belegen, kann eine Hüftprothese derzeit rund zehn bis 20 Jahre funktionsfähig bleiben – dann kann sie sich lockern. Bei starker Lockerung und zunehmenden Schmerzen sollte sie gegen ein anderes Modell ausgewechselt werden.

Werden bei allen Patienten die gleichen Prothesentypen verwendet?

Dr. med. Elenz: Nein, für den Hüftgelenkersatz steht inzwischen eine große Anzahl von Modellen zur Verfügung. Zementierte ebenso wie solche, die zementfrei verankert sind. In den letzten Jahren wurden außerdem mit der Kurzschaftprothese und dem Oberflächenersatz spezielle Modelle für Menschen entwickelt, die auf Grund ihres Alters mit einem Wechsel rechnen müssen. Beim Einsatz dieser Gelenke kann mehr Knochen erhalten werden. So sind für den Fall einer Wechseloperation gute Voraussetzungen geschaffen, auch die neue Prothese wieder sicher verankern zu können.

Welches dieser Prothesenmodelle empfehlen Sie Ihren Patienten?

Dr. med. Elenz: Welche Prothese für den jeweiligen Patienten die richtige ist, wird nach verschiedenen Faktoren individuell entschieden: Alter, Geschlecht, Größe, der gesundheitliche Allgemeinzustand sowie die Knochenqualität spielen dabei eine Rolle. Für die Implantation der Kurzschaftprothese oder des Oberflächenersatzes ist eine intakte Knochenstruktur zwingende Voraussetzung. Männer über 70 und Frauen über 65 Jahren verfügen auf Grund von Osteoporose oft nicht mehr über die entsprechende Knochenqualität. Gegen diese Modelle würde auch ein atypisch geformter Schenkelhals sprechen. – Bei zementfreien Prothesen entscheidet der Operateur je nach Verankerung und Prothesenmodell über den postoperativen Belastungsaufbau. Eine Vollbelastung beim Gehen kann sofort oder nach bis zu sechs Wochen erlaubt werden. Sollte sie zunächst nicht möglich sein, muss ein Teil der Belastung über Gehstöcke abgefangen werden. Viele ältere Menschen sind dazu nicht in der Lage, so dass für sie die zementierten, sofort belastbaren Prothesen viele Vorteile bieten. Diese haben allerdings den Nachteil, dass bei einer erneuten OP der alte Zement mühsam entfernt werden muss.

(Quelle: EKE; redaktionell bearbeitet: rrm)


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